Verirrte Frösche |
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Fünf grüne CD-Discmen stehen in einem Beet im Kaphaus des Botanischen Gartens. Mittelamerikanische Frösche stecken in ihnen, sie singen. Eindeutig, ich höre musikalische Arbeit: Transpositionen, differenzierte Dynamik, Call and Response und -vor allem- scharfe und tiefe Schnitte in den Gesang. Zwei der Frösche sind Vibratokünstler, zwei andere sind Knackfrösche, perkussive Gesellen. Der fünfte kann alles, womit er aber geizt. Dafür spricht er deutsch. Zu Laub-, Gras-, Baum- und Pumpfrosch macht er seine Kollegen. Blinde Passagiere sind sie allesamt, mit einer Pflanzensendung in Europa gelandet, aus der Quarantäne entflohen und -immer der Wärme nach- unter die Lampen gehüpft. Wie sie sich dort fühlen? Laßt uns lieber nach ihren Überlebenschancen fragen. Ein kleiner Urwaldfrosch in Europas hartem Winter? Ein kleiner, nahezu ungesicherter CD-Player im Kaphaus? Viel Feind, viel Ehr! Kälte, Staub, Schulklassen... Sollte Froleyks hier -obwohl es recht niedlich ausschaut- einen Weltmusikabgesang geschaffen haben? Mittelamerikanische Mariachi als Migranten in Europa, am Kap der guten Hoffnung eingesperrt in asiatische Plastikkörper. Made in Taiwan. Dr. med.vet. Heinrich Camp |
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